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Bericht von der WDW 2012 mit "Klick" auf das Bild

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Erfahrungsberichte - 50 Tkm mit der 650'er Alazzurra

50.000 Km mit der 650er Alazzurra

Moin, Moin es ist soweit 50.000 Km mit meiner geliebten 650er. Zeit euch zu erzählen was so los war in 5 Jahren und 32.000 selbst gefahren Kilometern (meine Alazzurra hatte eine Vorbesitzerin).
Wie alles anfing:
Mitte der siebziger Jahre geschah es, mir begegnete auf der Straße eines dieser tief bollernden 2-Zylinder Wunder aus bella Italia. Zuerst dieses Grollen von irgendwoher und im nächsten Augenblick war sie neben mir, beschleunigte und war wieder weg aus den Augen. Ich stand da wie vom Blitz getroffen, kriegte den Mund nicht wieder zu, schaute ihr hinterher und hörte sie nur noch. Schlagartig waren alle Vespa-Roller und Kleinkrafträder irgendwie uninteressant. Selbst die Kawa MachIII (oder so ähnlich) des älteren Nachbarsjungen hatte ihre Aura verloren. Es hatte mich sozusagen erwischt! Es sollte noch eine lange Zeit mit meiner Vespa sowie auf (und vorwiegend neben) einer Honda FT 500 vergehen, bis ich das erste Mal auf einer Cagiva mit 650er Ducati Motor sitzen und mit ihr fahren durfte. Es war zwar nicht die Duc die  damals an mir vorbei fuhr aber irgendwie war sie es doch.  Sie war Silber, hatte einen Ducati Motor, die Rahmennummer. 620 (so viele gibt’s also nicht), und dieses dumpfe Grollen im Sound. Nach der Probefahrt war ich beeindruckt wie damals als ich mit offenem Mund am Straßenrand stand! 17.000 Km auf dem Tacho, eine Vorbesitzerin, ein korrekter Verkaufspreis, da gab`s nichts mehr zu überlegen. Sie wurde mein.
    

pic_500_DCP_0820r001.jpg         
 

Aus dem Handbuch

Die Vorbesitzerin hatte die gute Idee, ausgeführte Arbeiten am Moped mit Datum und Km Angabe im Handbuch zu einzutragen.
Dies laß sich wie folgt:

Baujahr und Erstzulassung `85

  • 8.500  km Ventile eingestellt.
  • 15.200  km Ventile eingestellt, Öl und Filterwechsel.
  • Es folgten 1 ½ Jahre stehen in der Garage
  • 17.600  km Batterie und Öl erneuert.
Im Juli `90 übernahm ich dann das gute Stück und die Eintragungen führte ich fort.
  • 18.000  km Nockenwellendeckeldichtung, Bremsbeläge und Flüssigkeit erneuert.
  •  21.750 km Motor Inspektion, Ölwechsel, Luft- und Ölfilter, Zahnriemen und ein Ölschauglas erneuert.
  • 21.980  km Stoßdämpfer hinten verliert Öl. Also Simmer- und O-Ringe erneuert.
  • 25.280  km Beim putzen meiner Maschine entdeckte ich einen Knick mit dazugehörigem Riß oberhalb des Simmeringes am rechten Tauchrohr. Da auch der rechte Benzinhahn verbogen war und sonst keine Kratzer in Fahrtrichtung am Auspuff oder der Fußrastenanlage waren, ging ich von einem früheren Umfaller aus. Da mir Risse an Fahrwerksteilen aber ein Greul sind und mir die Nackenhaare abstehen lassen, erneuerte ich das Tauchrohr, die Simmerringe und das Gabelöl. Ebenso wurden die Bremsbeläge vorne ausgetauscht.
Der Umbauwahn

Zur gleichen Zeit, nach genauem Studium von etlichen Zubehörkatalogen, reifte in mir der Wunsch alles was an Cagiva und Sporttourer erinnert ab zu schrauben und aus ihr eine kleine Ausgabe der Hailwood Replika zu machen. Den Umbau spare ich mir an dieser Stelle, (ist in der Motalia Heft 48 zu lesen)  Im Handbuch steht dazu:
Umbau WBO-NCR-Alutank, WBO-SS-Halbschale, Magura Stummellenker, gekürzte Orig. Pantah Sitzbank, Moto-Italia Fußrasten, Teile, Felgen und Gabel lackiert. Reifen vorne und hinten erneuert.
Und; ich hatte noch nie so einen schön roten Keller.....

26.970 km Kupplung rutscht beim beschleunigen, Folglich: Kupplungs-Reib und Stahlscheiben erneuert, ebenso Öl und Filter und wieder Zeit die Ventile einzustellen.

30.720  km Beide Zylinderfußdichtungen und O-Ringe der Ölleitung erneuert. Batteriegummi, Zahriemen, Reifen hinten waren auch hin. Kupplungshebel mit Knick sowie Stahlflexleitung montiert.

32.060 km Das einstellen der Ventile liegt an, Ölwechsel.

36.200  km Eine ruckelnde Vorderradbremse zwing zur Untersuchung, Ergebnis: Schlag in der rechten Bremsscheibe, also mußte hier `ne neue her. Zum Glück gibt’s die Motalia, jemand verkauft mir das Teil für 50 DM, Schwein gehabt! Dann nach kurzer Probefahrt: Öl. Überall Öl!!! Was`n jetzt los? Ah ja, der Simmering hinter den Antriebsräder der Zahnriemen hatte sich aufgelöst, folglich auch diesen erneuert.
Da ich etwas Geld über hatte und bei Rolf Hadeler gebrauchte kurze Contis entdeckte griff ich zu, bestellte mir beim Italo-Shop-Neuss einen passenden offenen Sammler und baute alles an meine Alazzurra. Wenn offen dann richtig dachte ich mir. Ansaugtrichter mit Sieb fanden ihren Platz an den 36er Dell Ortos. (Sie hört sich nun fast so an wie die alte Dame, die ich damals vom Straßenrand aus sah und hörte!)

37.000 km Die Zahnriemen sind schon wieder hin. Gut daß ich große Dreiecke und trapezförmige Löcher in die Riemendeckel gefräst habe. Entdeckte ich doch, daß die inzwischen abgenutzten Riemenzahnräder aus Kunststoff mit ihren gratbestückten Flanken die Zahnriemen geradezu fressen. Zwei Drittel der Zahnbreite auf den Riemen wurden innerhalb kürzester Zeit nieder gemacht! Als ich das bemerkte hatte ich noch 35 km bis nach Hause fahren. Könnt ihr euch vorstellen, wie zaghaft ich die Drehzahl auf dem Heimweg änderte und beschleunigte (kriech)? Rolf aus Ehestorf sah das Problem schon vor Monaten kommen und riet mir die Plastikdinger rauszuschmeißen und gegen Zahnräder aus Metall zu tauschen. Jetzt wußte ich was er mit enormen Verschleiß an den Riemen meinte!! Also Riemenzahnräder aus Metall montiert und Zahnriemen erneuert. Bei abschließender Durchsicht meldeten Simmerringe und O-Ringe an den hinteren Stoßdämpfern durch Ölverlust ihr Ableben an und die hinteren Bremsbeläge waren hin. Leichtes Spiel (0,2mm) an der Schwingenaufnahme wurde durch passende Distanzscheiben ausgeglichen.
     
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Urlaubsvorbereitung

1994 wollte ich mir endlich mal die Ducati Speedweeek in Zeltweg ansehen. Vorm Urlaub sollte man mal nachsehen, ob alles im Sollzustand ist, sich um Verschleißteile kümmern und die Maschine fit machen. Gesagt getan: Kette, Ritzel und Kettenrad erneuert. Die Bremspumpe hinten baute nicht mehr richtig Druck auf, weg damit, `ne neue montiert. Als ich die Ölablaßschraube heraus drehte und das ÖL so raus lief, fand ich Reste einer Stahlscheibe am Magnet! Wo kam die denn her? Rolf interviewt und als Rest einer Zahnscheibe vom Getriebe identifiziert. Auf die Frage der Kosten, kam folgendes heraus: Preis der Zahnscheibe ca. 2 DM (!) zuzüglich der Kosten für die Demontage des Motors und des Getriebes, dessen Zusammenbaus Dichtungen und Kleinteile! Schluck; und ich wollte in 3 Wochen nach Österreich. Drei Tage und Nächte damit verbracht zu überlegen, ob ich nicht das Geld nutzen sollte um mir die Spezialschlüssel und Werkzeuge für Pantah-Motoren zuzulegen um die Arbeit selbst auszuführen. Der Zeitpunkt den Motor genauer kennen (und lieben) zu lernen war gekommen! Das Spezialwerkzeug wurde bei Ducati-Kämna angeschafft, der Motor in den Keller gebracht und zerlegt. (Aufpassen wo welche Distanzscheiben auf welche Wellen sitzen und notieren oder gegen Abrutschen sichern!) Als ich endlich das Getriebe in Einzelteilen vor mir liegen hatte fehlten tatsächlich zwei Zahnscheiben zwischen den Gangrädern. Die beiden Scheiben erneuert und Motor montiert. Alles andere im Inneren des Motors macht einen guten bis neuwertigen Eindruck (noch)! Und die Kenntnisse vom Zerlegen und des Zusammenbaus des Motors sollten bald eine Vertiefung erhalten.......
Aua! Das tat weh!

Ich schaffte es noch rechtzeitig zur Speedweek sie zum Laufen zu bringen, und der erste Druck auf den Anlasser war schon aufregend.......aber es sollte noch dicker kommen! Die fünf Tage in Zeltweg waren eine schöne Zeit mit vielen tollen Ducs und Renngeschehen ganz nah, aber es kam der Tag der Abreise, es sollte wieder zurück nach Hamburg gehen. Morgens gut gefrühstückt, sich von Gleichgesinnten verabschiedet und dann ging`s los Richtung Norden. Neben Tankstopps und Kaffeepausen sollten es die (vorerst) letzten 14 Autobahnstunden meiner kleinen Hailwood werden. Alles lief prima, Wetter gut, reichlich km gefressen, um dann irgendwo bei Kassel (oder so) so ein blödes Geklapper zu hören. Besser raus auf den nächsten Parkplatz und gesehen, daß die Muttern des stehenden Krümmers sich gelöst hatten und auf der Bahn verloren gegangen waren. Auch die beiden Halbschalen hinter dem Krümmerring fehlten. Eine davon fand ich am Zylinderfuß zwischen den Kühlrippen, die andere wurde nie mehr gesehen. Hätte ich doch nur geahnt wie wichtig diese Beiden Halbschalen sind!!!! Da sich keine M8 Muttern im Tankrucksack fanden ließen, gaaaanz vorsichtig zur nächsten Autobahntanke und zwei Muttern organisiert und den Krümmer mit nur einer Halbschale befestigt.

Den Motor wieder gestartet und hingehört: Das Klappern war verschwunden aber das Zischeln hätte mich warnen sollen. Der Motor verträgt es nicht wenn der hintere Zylinder seine Wärme und Abgase nicht richtig über den festsitzenden Krümmer abgeben kann. Ich ging davon aus, so aber bei vorsichtiger Fahrt (kein Vollgas) die heimatliche Garage erreichen zu können. Gegen Mitternacht tauchten Ausfahrten und Dörfer deren Namen man kennt auf, und um ca. 1.30 Uhr sah ich das erste Ausfahrtschild von Soltau-Süd. Dann war es soweit: Mein Mechanikerohr (Ducati-Fahrer hören sowieso alles genauer!) wunderte sich bei etwa 135Km/h einige Sekunden über eigenartiges Tickern von unten zwischen den Motorradstiefeln, was schlagartig und Stufenlos in ein kolossales Krachen mit anschließendem Motorstillstand und Hinterradquietschen endete. Mit gezogener Kupplung rollte ich lautlos auf den Standstreifen! Im meinem Motor drehte sich rein gar nix mehr, schieben war nur mit gezogener Kupplung möglich. Keine Chance sie so nach Hause zu bringen. Ein zweiter Biker knallte durch die Nacht und bot mir seine Hilfe an, für meine Duc konnte er nichts tun, aber er brachte mich nach Hamburg- Horn (nochmals vielen Dank für den Lift Kollege), der Rest bis nach Hause wurde in Motorradmontur und dem Helm sowie Tankrucksack unterm Arm mit `ner Taxe bewältigt. Was für ein Urlaubsende!
Es dauerte noch drei Tage bis ich einen Anhänger auftrieb und meine kleine Hailwood von ihrem unrühmlichen Parkplatz abholen konnte. Zu Hause war dann Bestandsaufnahme angesagt, Motor nach unten gekippt und die Zylinder und Köpfe demontiert. Der Anblick der sich mir bot läßt mich noch heute mit dem Gedanken daran fast in Ohnmacht fallen! Der hintere Zylinder und Kolben hatten kollabiert. Der Kolbenboden hatte sich verdreht im Zylinder fest gefressen. Der Rest vom Kolben (alles unterhalb der Kolbenringe) wurde vom herausgerissenen Pleuel und dem darin fest sitzenden Kolbenbolzen innerhalb des Zylinders klein geschreddert, um dann in Kurbelgehäuse zu rutschen und von der Kurbelwelle in feine bis mittelgrobe Stücke gemahlen zu werden. Hierbei bemühte sich das 5. Gang Zahnrad des Getriebes doch auch einen Teil des Kolbens in Späne zu verarbeiten, was es ohne Zweifel auch geschafft hat!!!
                                
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Es tat weh den Motor in diesem Zustand zu sehen das kann ich euch sagen. Es sollte nahezu ein Jahr vergehen bis ich diese Desaster bereinigt hatte. Geldmangel sowie einige Monate auf Krücken wegen einer Operation taten ihren Teil dazu bei mich auszubremsen. Aber im Juli `95 war es soweit, die letzten benötigten Teile kamen bei mir an, ich konnte fast wieder laufen und es kam der Tag an dem ich den Anlaßerknopf drücken durfte, und sie bollerte wieder, sie lief, boah ey sie lief! Ich humpelt zwar und konnte sie noch nicht wieder auf den Hauptständer stellen, aber ich konnte wieder fahren, endlich wieder fahren! Ich hatte es geschafft, mein geliebtes Teil lebte wieder! In meinem Handbuch steht dazu nur:

42.250 km Motor zerlegt (wie wahr), beide Zylinder, Kolben, beide Pleuel vier Pleuelhalbschalen, vier Pleuelschrauben, 5. Gang Zahnrad (Abtrieb),  2 Ventile, 1 Ventilführung am stehenden Zylinder erneuert,  1 Krümmerring Halbschale (sehr wichtig) und Hinterreifen erneuert, Öl und Filterwchsel.
Im April ´96 saute ein defekter Simmering hinter den Zahnriemenantriebsrädern  die Riemen und alles andere mit Öl ein, also

46.680  km Simmering und Zahnriemen erneuert, Umbau auf  Veglia-Drehzahlmesser sowie LCD-Tacho.

47.910 km Vorderreifen erneuert, 3 Ventile eingestellt, Öl und Filterwechsel.

48.470 km Bremsbeläge vorne erneuert.

49.790 km Schwinge hat Spiel, was den Fahrspaß mindert also Schwingenachse (1.Übermaß + o.o3mm) erneuert, einwandige Krümmer montiert. Nun fährt sie sich wieder wie es sich gehört und noch ein bißchen flotter.
Auf dem Weg zu `ner Party einer Freundin ist es soweit gewesen, mein Schatz und ich überschritten die 50.000 km! Ich bin dann abends mit `nem Glas Asti Spumante zu ihr, hab die Hälfte getrunken und den Rest über ihre Verkleidung gegossen, war `n geiles Gefühl.

(vorläufiges) Fazit

Die Alazzurra war für mich eine kostengünstige Alternative zur 500er oder 650er original Pantah. Aber auch mich packte der Umbauwahn (welcher Italo-Fahrer kennt den nicht?), was logischer weise den einen oder anderen größeren Schein kostete. Aber so wie sie jetzt aussieht finde ich sie nahezu perfekt. Aber zu verbessern  und umzubauen gibt es wahrscheinlich immer etwas, ich glaube kaum das dies jemals aufhören wird. Die Zeit wird’s  zeigen. Durch die veränderte Sitzposition und den tieferen Lenker fährt es sich „direkter“ als auf der doch hoch bauenden originalen Alazzurra. Das nun klassische Styling, der aus meiner Sicht, kräftige Motor und das großartige Fahrwerk lassen auch die ewig durch gebrannten Blinker und Rücklicht Glühbirnen, sowie das schlechtere Anspringen bei kälteren Temperaturen  (liegt wahrscheinlich an den offen Atemwegen des Motors) leicht vergessen. Ärger machten auch die Anzeigeleuchten, das ist aber nach Einbau von 12 Volt LED´s vorbei. Verkaufen wollte ich sie ein einziges mal, mich faszinierte eine alte Königswelle, aber nach genauerem Überlegen, ließ ich das doch bleiben. Ich hab` vor das gute Stück zu fahren bis es keine Teile mehr gibt für die Signorina und ich hoffe, dass es diese noch etliche Jahre geben wird. Denn eine andere Ducati wird es nur neben ihr geben, wenn das Geld reicht........
Allen Italotreibern eine kurvenreiche und sonnige Zeit.

Mit desmodromischen Grüßen

Helmut / Ducatista

Ich habe diesen Bericht 1996 für die Motalia* geschrieben. Das ist zwar schon `ne Weile her, aber ich fahre sie immer noch. (What ever the fuck it takes, this love nerver ends!)
Hier und da wurde an meinem Moped noch etwas verändert.
Etwas besonderes hab` ich mir für die Signorina auch einfallen lassen:
Der Liebe zum Moped passend, fertigte ich mir einen Zündschlüssel aus Gold an, und ja er funktioniert tatsächlich!
Kommt mir nun bloß nicht von wegen zu schwer oder aber der Gewichtsreduzierung wird nicht Genüge getan.......Schiet op! Ich fahre ja auch mit Bauch und hab` trotzdem Spaß dabei.
Was echt wirklich nervt, sind die Lederkombis, alle 9 - 10 Jahre fangen die Dinger an einzulaufen. Und immer nur die Jacken....Da sollte ich vielleicht mal einen Leserbrief an die Hersteller schicken, die bei der Produktion und Verarbeitung des Leders mal dieses Problem berücksichtigen könnten!

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Auch den einen oder anderen Anstecker fertigte ich mir aus Gold an.
OK, man kann mich für Ducati-verückt halten, aber wer von uns ist das nicht??                                 

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Ende Juli 2010 feierten wir 20 jähriges Jubiläum! Nach langer Pause wegen viel zu oft Krankenhaus und zuwenig Geld haben wir es geschafft.
Ich war immer wieder bei ihr in der Garage, hab ihr das Vorderrad gedreht, um einen „Stehplatten“ zu vermeiden (der eine vordere Montageständer den wir beim Clubrennen in Assen gekauft haben, steht unter dem Moped von meinem Freund, er fährt ihre Schwester mit der Rahmen #624 ), und hab` ihr gut zu geredet: „Moin Du Biest“/ „Hallo mon Cher, schön dich zu sehen“/  „Na Hexe“/ „Man ich muß dich echt mal wieder putzen“, und saß immer mal wieder zur Probe auf ihr. Nicht das ich das nicht kennen würde aber wenn man so lange nicht mehr gefahren ist, wird man echt komisch.......Der eine oder andere mag dieses Gefühl kennen.

Man „redet“ dann und wann nun mal mit seiner Ducati.
Dann endlich lagen die letzten benötigten Teile bei mir im Hausflur, die Batterie wurde aufgeladen und ich könnte schwören, das sich die Teile langsam Richtung Haustür bewegt haben! Die Bremsbeläge lagen nicht mehr auf der Anrichte, sondern auf dem Boden, beide Zündkerzen waren nicht mehr verpackt, und eine der Kupplungsscheiben versuchte unter der Tür durch in`s Treppenhaus zu flüchten, um zur Garage zu gelangen! Ich hab` dann doch lieber alles selbst rüber getragen, zu meiner Maschine gebracht, nahm das Werkzeug in die Hände und fing an zu schrauben.
Als ich die Kupplung montierte, hab ich ihr auch davon erzählt das ich eine jüngere, schnellere, neuere Ducati gesehen hab` und sie echt toll fand, aber ich sie mir nicht leisten kann und auch nicht wüßte wie ich mit so viel PS klar kommen sollte.

Es war als wenn sie diesmal nun mit mir sprach:
“Dreh dich nach anderen Divas um, wenn sie aus Bologna kommen, is`mir egal, schwärme für was du willst. gefahren wird aber mit mir, deiner guten alten Nr. 620!“
OK, daß mit der neueren Ducati nahm sie mir nicht krumm. Und um sie nicht weiter zu ärgern, drehte ich die alten Zündkerzen heraus, legte den 1.Gang rein und drehte über das Hinterrad ihren Motor, damit nach so langer Standzeit erst mal wieder Öl durch ihre Leitungen fließen konnte. Kein Gezicke, alles hörte sich normal an. Dann wurde die Batterie montiert, ich wurde immer aufgeregter und fühlte sie dann sagen: “Komm steck ihn mal rein, hast du Bock auf Schweinereien?“ 
Die Rede ist vom Zündschlüssel!!!!!! Also Gut, er paßt noch immer.
Sigmorina: “Oh ja, das fühlt sich gut an! Ein bißchen bewegen solltest du ihn aber auch wenn wir beide Spaß haben wollen!“ Oh man, ja ich hab ihn bewegt, und alle Lichter waren da, der Gedanke an den Starterknopf  verpaßte mir einen riesigen Adrenalinschub und ich drückte ihn. Zwei mal wußte sie nicht was sie mit Luft und Benzin anfangen sollte, räusper; hüstel, spuck, kotz!
“Tschuldigung Signorina, weist Du nicht mehr? Du, ich, Straße, Tunnel, Zollenspieker, Landstraße/ Hausstrecke, SBK-Rennen in Assen  & Oschersleben/ Clubrennen/ Speedweek,  hast Du all das vergessen?“ 

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Beim dritten Versuch erinnerte sie sich an ihre Bestimmung, zündete die Ladung Luft- Benzin- Gemisch und lief mit leichtem Zug am Choke!
Jaaaaa, das war es was wir beide wollten. Es klang so großartig! Durch zu alte Benzinleitungen lief aber Sprit aus und das Vergnügen dauerte nur einige Minuten, aber das war was ich mir in den vielen Aufenthalten in den Krankenhäusern gewünscht hatte. (M)eine dumpf bollernderne Ducati!
Es mag komisch klingen, aber nachdem man mich wieder mal aufschneiden mußte und ich im Bett auf `ner Intensivstation aufwachte und die Schläuche in mich rein und aus mir raus zählte, war es dieser Klang den ich hören wollte und das Gefühl mit dieser Maschine wieder fahren zu wollen, können, dürfen, war ein weiterer guter Grund wieder schnellst möglich aufzustehen und weiter zu machen.
Fast 6 Jahre Pause liegen hinter uns, #620 hat nun wieder TÜV, neue Bezinschläuche, ein neues Nummernschild, und sie bollert wieder, sie dreht, sie schnorchelt wieder durch die offenen Ansaugtrichter und dröhnt ihre Lebens- und Drehfreude wieder aus den offenen Conti-Tüten, weshalb wir auch Hausverbot im alten Elbtunnel haben.........
Die Welt kann ja sooo schön sein!
Wenn wir eine Verabredung bei unserer Garage haben, krieg` ich das Grinsen nicht aus` m Gesicht, denn ICH bin es der sie fahren darf! Und alle Mühen waren es wert, denn den Spaß den Mann oder Frau auf so einer zwangsgesteuerten Diva haben kann, brauch` ich euch Ducatisti ja wohl nicht weiter zu erklären!

Ciao Helmut
Ducatista

PS: Wer Kontakt zu Helmut aufnehmen möchte kann sich gerne an uns wenden. Wir werden entsprechende Anfragen an Ihn weiterleiten. 

*Motalia:
Wer sie noch nicht kennt, unbedingt lesen oder mal im Netz schlau machen. Großartige Lektüre von und für Italo-Bike Liebhaber, Kleinanzeigen, Termine, Berichte von Fahrern und Fahrerinnen für Fahrer/innen, Tests und Beurteilungen von Felix dem Herausgeber, der seit 20 Jahren eine wirklich schöne Italo-Zeitschrift macht.

 pic_500_Motor001.jpg


Erstellungsdatum: 08.10.2010 @ 10:25
Letzte Änderung am: 17.08.2012 @ 14:27
Kategorie: Erfahrungsberichte
Seiten gelesen 5227 x


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